Eine Rundreise über Vancouver Island – die schönsten Orte & Touren

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Der Westen Kanadas ist einfach unglaublich schön und vielseitig und hat für wirklich jedermann etwas zu bieten: wunderschöne Bergpanoramen, riesige Wälder und Weiten, eine faszinierende Tierwelt aber auch – und wer hätte das gedacht – wunderschöne Strände und Regenwälder. Auf einer Rundreise durch den Westen Kanadas wird man mit einer Fülle an unterschiedlichen Landschaften konfrontiert. Wenn ihr mehr über die kanadischen Rocky Mountains und meinen Roadtrip auf dem kanadischen Festland erfahren wollt, empfehle ich euch meine entsprechenden Artikel hierzu. Anfangs ging es nämlich von Vancouver über Whistler in den Jasper Nationalpark und dann weiter über den Icefields Parkway in den Banff Nationalpark. Der letzte Teil meiner West-Kanada-Reise führte dann schließlich nach Vancouver Island und – was soll ich sagen – ich wollte eigentlich gar nicht mehr weg!

Anreise & Kosten – Von Vancouver nach Vancouver Island

Aber von vorne. Vancouver Island ist von Vancouver aus sehr gut mit der Fähre erreichbar, denn es gibt in der Gegend rund um Vancouver verschiedene Fährterminals, von wo man abfahren kann. Wir nahmen die Fähre von Horseshoe Bay nach Nanaimo / Departure Bay.

Achtung: Es ist sinnvoll vorher zu reservieren! Vor allem von Donnerstag bis Sonntag kann es sehr voll werden und wenn man keine Reservierung hat, muss man im ungünstigsten Fall mehrere Stunden am Terminal warten, bis man eventuell einen Platz erwischt – ohne Garantie. An Dienstagen ist es laut eines Mitarbeiters übrigens am ruhigsten und man hat auch ohne Reservierung gute Chancen, sofort einen Platz zu bekommen. Die Überfahrt nach Nanaimo auf Vancouver Island dauert von Horseshoe Bay aus etwa 1 Stunde und 40 Minuten.

Es lohnt sich übrigens während der Überfahrt die Augen offen zu halten, denn mit etwas Glück könnt ihr Delfine oder Orcas sehen!

Mit folgenden Kosten müsst ihr in etwa rechnen (einfache Fahrt), eine Beispielrechnung:
Fahrzeug (normale Größe, ohne Überlänge etc.): 57,50 CAD
Pro Person: 17,30 CAD
Verarbeitungsgebühr (pro Person): 0,25 CAD
Reservierungsgebühr: 17,00 CAD
Gesamtsumme (Fahrzeug + 2 Personen): 109,40 CAD

Genauere Infos zu Preisen und Abfahrtszeiten findet ihr auf der Website der BC Ferries.

Ucluelet & Tofino

Angekommen in Nanaimo, verteilen sich die meisten der Ankömmlinge ziemlich schnell in Richtung Victoria im Süden Vancouver Islands oder gen Norden in Richtung Port Hardy und Telegraphe Cove.

Unsere Tour führte jedoch als erstes in das kleine, beschauliche Fischerdörfchen Ucluelet an der Westküste der Insel – wunderschön gelegen auf einer Art Landzunge. Etwa 2,5 Stunden dauert die Fahrt von Nanaimo nach Ucluelet und landschaftlich fühlt man sich manchmal zurückerinnert an die Reise durch die Rockies, denn Vancouver Island ist sehr bergig. Die höchste Erhebung ist der Berg Golden Hinde mit 2195 m. Dass es hier natürlich auch Skigebiete gibt, versteht sich von selbst 🙂

Ucluelet ist mit knapp 2.000 Einwohnern ein wirklich kleiner Ort, nichtsdestotrotz gibt es eine gute Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten. Abgesehen von Airbnbs, findet man hier natürlich auch ein paar Hotels und Pensionen sowie Campingplätze. Man muss aber dazu sagen, dass Ucluelet weitaus weniger touristisch ist, als der 40 km entfernte Ort und Surfer-Hotspot Tofino.
Wenn ihr euch nicht entscheiden könnt, ob ihr lieber in Ucluelet oder in Tofino übernachten sollt, findet ihr hier eine kleine Entscheidungshilfe:

Ucluelet

Kleines, ruhiges Fischerdorf. Es gibt ein paar wenige (aber sehr gute) Cafés und Restaurants und auch Touren kann man von hier aus buchen. Als touristisch würde ich Ucluelet aber nicht bezeichnen. Insgesamt empfehle ich den Ort, wenn ihr es ruhiger und entspannter mögt und einfach mal für ein paar Tage die Seele baumeln lassen wollt. Tofino ist nur eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt, falls ihr doch mal Lust auf mehr Trubel habt. Nach meinem Empfinden ist Ucluelet etwas günstiger als Tofino.

Tofino

Obwohl Tofino nur wenige hundert Einwohner mehr hat als Ucluelet, ist hier viel mehr los. Surfer zieht es aus der ganzen Welt nach Tofino, um sich an den Stränden Chesterman Beach und Long Beach in die Wellen zu werfen und im Winter ist hier “Storm Watching” angesagt. Dementsprechend ist der Tourismus hier auch schon mehr angekommen (ohne aber zu touristisch zu sein). Es gibt eine Vielzahl an Shoppingmöglichkeiten, Restaurants und Bars. Ich empfehle euch Tofino, wenn ihr unternehmungslustig seid und euch zu viel Ruhe langweilt 😉

Ausflüge & Touren rund um Tofino & Ucluelet

Egal, ob ihr nun in Tofino oder in Ucluelet seid, es gibt eine Vielzahl an Unternehmungsmöglichkeiten in der Gegend. Hier habe ich drei Tipps für euch:

Bärenbeobachtung mit dem Zodiac – mein Highlight

Eine der coolsten Touren, die ich in Kanada mitgemacht habe, war die “Ucluelet Bear Watching Tour” mit Jamie’s (persönliche Empfehlung, keine bezahlte Werbung). Man fährt mit einem Zodiac (Boot) entlang der Küste und hält Ausschau nach Bären. Auf Vancouver Island gibt es fast ausschließlich Schwarzbären. Nur im äußersten Norden der Insel leben auch vereinzelt Grizzleys. Während der Ebbe kommen die Bären an die Strände, um Muscheln zu fressen, die ihnen nun – dank der Gezeiten – wie bei einem All You Can Eat Buffet zu Füßen liegen. Die Muscheln sind dementsprechend eine leckere und sehr einfach beschaffbare Nahrungsquelle. Für die Tourteilnehmer sind die Chancen ziemlich groß Bären zu sehen, denn das Zodiac fährt weite Küstenabschnitte rund um Ucluelet ab.

Für mich gab es bei dieser Tour nicht einen Negativpunkt. Es macht übrigens riesigen Spaß mit dem Zodiac über die Wellen zu heizen und man sieht die wunderschöne Küste Vancouver Islands noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive und lernt obendrein noch viel über Flora und Fauna 🙂
Wir sahen übrigens drei verschieden Bären und kamen ziemlich nah ran, ohne dass sich die Bären gestört fühlten.

Es gibt übrigens auch Touren um Wale zu beobachten von Ucluelet aus. Vor allem Buckelwale und Grauwale findet man in diesen Gewässern, selten auch Orcas.
Falls ihr eher an Orcas interessiert seid, gibt es einige Touranbieter in Victoria aber auch in Telegraphe Cove und in Port Hardy.

Wanderwege im Pacific Rim National Park – zwei Empfehlungen

Rainforest Trail

Wenn wir an Regenwälder denken, assoziieren die meisten von uns erst einmal Südamerika oder Afrika, aber nicht Kanada. Dabei machen die Regenwälder British Columbias etwa 25% der gemäßigten Regenwälder weltweit aus. Und so findet man auch auf Vancouver Island (vor allem an der Westküste) uralte Bäume und eine satte Vegetation.

Wenn ihr viel Zeit mitbringt und sehr erfahrene Wanderer seid, ist vielleicht der 75 km lange, berühmt-berüchtigte West Coast Trail (WCT) genau das Richtige für euch. Dieser Wanderweg zählt zu den gefährlichsten weltweit, führt euch aber auch durch die wunderschöne Natur Vancouver Islands. Es gibt aber einiges zu beachten, z.B. ist eine Registrierung erforderlich und der Trail ist nur von Mai bis September begehbar. Mehr Infos findet ihr hier.

Wenn ihr es entspannter angehen lassen wollt und ihr auch nicht so viel Zeit mitbringen könnt, empfehle ich euch den Rainforest Trail, den ihr ziemlich genau auf der Hälfte des Weges zwischen Tofino und Ucluelet findet. Der Wanderweg ist zweigeteilt, Trail A befindet sich auf der einen Seite des Pacific Rim Highways und Trail B auf der anderen Seite. Pro Trail benötigt man etwa 45 Minuten (bei normalem Tempo). Auf Holzstegen wandert man vorbei an uralten, mächtigen Bäumen und einer wunderschönen grünen Kulisse.

Ucluelet Lighthouse Loop

Ein ebenfalls sehr schöner kleiner Wanderweg ist der Ucluelet Lighthouse Loop. Auch diesen Trail schafft man in etwa 45 Minuten, aber natürlich je nachdem, wie viel Zeit man sich nimmt. Es gibt wunderschöne Aussichtspunkte, an denen man auch mal länger verweilen kann. Der Trail führt größtenteils entlang der Küste und bietet wunderschöne Ausblicke auf die sich brechenden Wellen. Vor allem zum Strom Watching ist der Wanderweg daher bestens geeignet. Und – wie der Name schon sagt – kommt man auch an einem Leuchtturm vorbei.

Victoria & Umgebung

Victoria, die Hauptstadt British Columbias an der Südküste Vancouver Islands, ist einfach wunderschön gelegen. Vom Ufer aus hat man einen traumhaften Blick auf die schneebedeckten Berge des Olympic National Parks auf der anderen Seite der Meerenge, in der sich Buckelwale, Orcas und Delfine tummeln. Und auch die Stadt selbst ist ein wahres urbanes Juwel! Traumhafte Parks und Gärten treffen auf viktorianische Häuser, Vintage-Shops, süße Cafés und tolle Restaurants. Am Hafen kann man wunderbar entlang schlendern und in der Fischerman’s Wharf findet man allerhand leckeres Seafood und andere Köstlichkeiten.

Vom Hafen aus starten viele verschiedene Touren, um auf Walbeobachtung zu gehen. Dabei helfen sich die verschiedenen Anbieter, aber auch andere Schiffe und Boote, gegenseitig und informieren sich, wenn es zu Sichtungen kam. Mit dem Zodiac werden die Gewässer vor Victoria durchkreuzt und manchmal sogar die Grenze zur USA dabei überkreuzt – eine Grenzkontrolle müsst ihr allerdings nicht erwarten 😉 Abgesehen von Walen sieht man auch einige Seelöwen und manchmal sogar Otter.

Auch wir hatten Glück und haben Buckelwale und eine Familie Orcas gesehen. Dabei wurde genügend Abstand gelassen und wir blieben nur für eine gewisse Zeit bei den Tieren, um die Gruppe nicht zu stören. Ich fand gut, wie viel Acht darauf gegeben wurde!

Auch rundum Victoria gibt es wunderschöne Orte, die perfekt für Ausflüge geeignet sind. Einer dieser Orte ist die Kleinstadt Sooke, die etwa 1,5 Stunden von Victoria entfernt ist. Sooke als Stadt ist zwar gar nicht mal so schön, aber die Natur drumherum lädt zu ausgedehnten Wanderungen und Erkundungen ein. Hier habe ich mal drei Tipps für euch:

Entlang der Küste – Whiffin Spit

Whiffin Spit liegt zwischen dem Hafen von Sooke und der Meerenge Juan de Fuca und bietet einen malerischen Pfad entlang der Küste. Der Weg ist (hin und zurück) nur etwa 2 km lang und eignet sich besonders, wenn man nicht so viel Zeit hat. Die Gegend ist bei Spaziergängern und Naturliebhabern sehr beliebt, da man die Chance hat während des Spaziergangs Wildtiere wie Küstenvögel und Seelöwen zu entdecken.

Wandern und Baden – Der Sooke Potholes Provincial Park

Der Sooke Potholes Provincial Park ist ein beliebtes Ausflugsziel am Sooke River mit einzigartigen Felsformationen, die vor Millionen von Jahren während der Eiszeit entstanden. Einige dieser Felsformationen werden heute als natürliche Schwimmbecken (“Rockpools”) genutzt. Inmitten des kanadischen Waldes kann man sich eigentlich keinen idyllischeren Ort zum Schwimmen gehen vorstellen. Der Park bietet mehrere Wanderwege entlang des Flusses – manche befinden sich ganz nah am Flussufer und andere hoch über den Rockpools.

Mein Geheimtipp: Mystic Beach

Dieser Strand liegt etwa 30 Minuten mit dem Auto von Sooke entfernt und ist ein absoluter Insidertipp. Mystic Beach ist einer der schönsten Strände der Gegend mit einem kleinen Wasserfall, der von den steilen Klippen oberhalb des Strandes hinab fällt. Vom Strand aus hat man einen traumhaften Blick auf das Meer und die raue, pazifische Küste.

Der offizielle Weg zum Mystic Beach ist etwa 2 km lang (in eine Richtung) und startet am Parkplatz vom China Beach. Aber es gibt eine Abkürzung, die nur halb so lang ist. Wenn man die Straße ein Stück weiter fährt und irgendwann etwa auf Höhe vom Mystic Beach ist, ist da eine Haltebucht. Von dort aus führt ein Pfad hinunter zum Strand. Bitte seid euch aber bewusst, dass das ein inoffizieller Weg ist, der zwar festgetrampelt ist und teilweise auch durch Holzplanken verbessert wurde, aber eben keine Ausschilderung bietet. 

Die Route über Vancouver Island im Überblick

  1. Station: Nanaimo
  2. Station: Ucluelet
  3. Station: Tofino
  4. Station: Victoria
  5. Station: Sooke

Ich hoffe, euch hat die kleine Reise über Vancouver Island gefallen! Ich freue mich auf eure Kommentare 🙂

3 Comments

  1. Antworten

    Steffi

    2. Februar 2019

    Liebe Jessica,
    Wow! Ein toller Beitrag mit so vielen wunderschönen Fotos. Bisher hatten wir nur die Möglichkeit einen kleinen Teil an der Ostküste Kanadas zu bestaunen. Wenn ich könnte würde ich sofort in den Flieger steigen und an die Westküste fliegen. Der Mystic Beach wär auch genau meins.

    Liebe Grüße
    Steffi

    • Antworten

      Jessica

      4. Februar 2019

      Hallo Steffi,

      danke für dein liebes Feedback <3 Ich freue mich, wenn ich dir Lust auf die Westküste Kanadas gemacht habe, denn es ist einfach wunderschön dort und Vancouver Island ist nun auf der Liste meiner Lieblingsorte seeehr weit oben! Ich würde auch sofort wieder dorthin reisen, denn es gibt einfach noch so viel mehr zu sehen 🙂
      An die Ostküste Kanadas muss ich auch unbedingt noch!

      Liebe Grüße,
      Jessica

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