Jasper Nationalpark: Sehenswürdigkeiten und Reisetipps

Und weiter geht es auf unserem zweiwöchigen Roadtrip durch den Westen Kanadas! Nachdem wir den ersten Reiseabschnitt und damit British Columbia vorerst hinter uns gelassen hatten, erreichten wir nun endlich die Rocky Mountains. Der zweite Teil der Reise führte uns also in das schöne Alberta (Achtung: Zeitumstellung!) und den Jasper Nationalpark!

Obwohl der Jasper Nationalpark viel größer ist, ist er viel weniger überlaufen, als der weiter südlich liegende, bekanntere Banff Nationalpark. Auch in der Nebensaison, bietet es sich jedoch an, Unterkünfte vorher zu buchen, denn Jasper ist ein vergleichsweise kleiner Ort mit nur etwa 3500 Einwohnern. Hier gibt es einige Hotels und Motels, Restaurants und natürlich Souvenirläden. Viel mehr zu sehen gibt es hier eigentlich nicht, aber das zentral gelegene Städtchen ist ein guter Ausgangspunkt, um die Sehenswürdigkeiten in der Region zu erkunden. Insgesamt hatten wir hier drei Tage Zeit.

Der Eintritt in den Nationalpark kostet pro Tag 9,80 CAD (pro Erwachsenen / Jugendliche bis 17 J. zahlen keinen Eintritt), eine Gruppe bzw. Familie (bis zu 7 Pers. / pro Fahrzeug) zahlt 19,60 CAD. Genauere Informationen findet ihr hier. Das gleiche Ticket gilt dann übrigens auch für den Banff Nationalpark.

Im Folgenden habe ich mal die schönsten Highlights im Jasper Nationalpark für euch zusammengefasst:

Wildlife – die besten Orte, um Tiere zu sehen!

Als erstes kommen wir zum wahrscheinlich schönsten Highlight des Parks – der Tierwelt! Der Jasper Nationalpark hat eine vielfältige und reichhaltige Artenvielfalt zu bieten und selbst wer hier nur einen kurzen Aufenthalt einplant, wird in Sachen Tierbeobachtungen voll auf seine Kosten kommen. Vor allem Wapiti Hirsche (engl.: Elk) gehören in Jasper quasi zum Stadtbild dazu. Als wir im Frühjahr hier waren, befand sich eine Herde immer in der Nähe oder sogar mitten in der Stadt. Nachts ruhten zum Beispiel circa 20 Tiere in einem Vorgarten 🙂

Eine Herde Dickhornschafe direkt an der Straße zu den Miette Hotsprings im Jasper Nationalpark

Aber auch andere kleine und große Tierarten sind häufig anzutreffen, wie Rehe und Dickhornschafe aber natürlich auch Bären, Elche, Adler, Bergziegen, Karibus und Wölfe. Selbstverständlich ist es immer ein wenig vom Glück abhängig, ob und welche Tiere man sieht. Zum Beispiel wird immer wieder die Maligne Lake Road empfohlen, wenn es um die Tiersichtungen geht. Die Chancen sollen hier sehr gut stehen. Aber obwohl wir selbst mehrfach hier entlang fuhren, haben wir keine größeren Tiere sehen können. Wir konnten die meisten Tiere auf der Straße, die zu den Miette Hotsprings führt, auf dem Icefields Parkway sowie in Jasper selbst und der unmittelbaren Umgebung entdecken.

Wer seine Chancen steigern will, sollte die Augen vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden offen halten. Außerdem gibt es natürlich auch verschiedene Touranbieter, die sich genau darauf spezialisiert haben und euch zu den besten Plätzen bringen werden.

Viele verschiedene Tierarten nennen den Jasper Nationalpark ihr zuhause!

Maligne Lake – der berühmteste See im Jasper Nationalpark

Obwohl wir Mitte Mai in der Region waren und auf bereits aufgetaute Seen gehofft hatten, wurden wir leider “enttäuscht”. Nach einem sehr starken Winter war ein Großteil der Seen in den Rocky Mountains noch zugefroren, darunter auch der schöne Maligne Lake mit seiner berühmten Insel Spirit Island. Die anfängliche Enttäuschung wich schnell der Erkenntnis, dass dies doch ein super Grund ist irgendwann noch einmal im (Spät-)Sommer wieder zu kommen und so konnten wir den See wenigstens in seiner winterlichen Pracht erleben.

Langsam taut der Maligne Lake auf und wird schon bald in seiner markanten blauen Farbe strahlen

Der Maligne Lake ist das Postkartenmotiv schlechthin! Vor allem im Sommer, wenn er mit seiner wunderschönen blauen Farbe, den umliegenden Bergen, Gletschern und Wäldern viele Besucher anzieht. Man kann entweder mit dem eigenen Fahrzeug anreisen oder mit einem Shuttle Bus von Jasper aus. Entlang des Sees gibt es verschiedene Wanderwege, im Winter und Frühjahr sind die wegen des hohen Schnees jedoch nicht begehbar.

Der See hat eine Länge von über 22 km und Spirit Island liegt in etwa auf der Hälfte. Um hier hin zu gelangen, kann man eine etwa 90 minütige Bootstour buchen. Wenn man vorher reserviert (in der Hauptsaison empfehlenswert!) zahlt man 67 CAD, vor Ort kostet es dann schon 74 CAD und damit umgerechnet fast 50 Euro.

Ansonsten kann man auch selber mit dem Kayak oder Kanu hierher paddeln. Bei einer Strecke von fast 13 km ist das aber nichts für jeden 😉 Es gibt verschiedene Campingplätze rundum den See, die aber nur per Boot oder auf Wanderwegen erreichbar sind. Hier führen keine Straßen hin! Außerdem sind die Zeltplätze ziemlich schnell vor Saisonbeginn ausgebucht, daher muss man sich so früh wie möglich darum kümmern! Maximal sechs Nächte pro Gruppe darf man am Maligne Lake campen, pro Campingplatz maximal zwei Nächte. Weitere Infos zu Preisen und Richtlinien findet ihr hier.

Der riesige Maligne Lake von oben!

Der Maligne Lake liegt am Ende der Maligne Lake Road, die schon für sich ein kleines Highlight ist. Man fährt etwa eine Stunde bis zum See, u.a. vorbei am Medicine Lake und hat gute Chancen die vielfältige Tierwelt der Rocky Mountains zu erleben.

Medicine Lake – ein See, der ungewöhnlichen Sorte

Am Medicine Lake fährt jeder unweigerlich vorbei, der zum Maligne Lake möchte. Auf den ersten Blick wirkt dieser kanadische See vielleicht etwas unscheinbar, aber Medicine Lake ist wirklich etwas ganz besonderes. Unter dem See befinden sich eines der weltweit größten Flusssysteme, die dafür sorgen, dass einfließendes Wasser nicht lange bleibt, sondern kontinuierlich in den Boden sickert. Je nach Jahreszeit variiert der Wasserstand daher beträchtlich. Im Frühjahr und Sommer, wenn einiges an Schmelzwasser aus den Bergen kommt, gelangt mehr Wasser in den See, als versickern kann – der Wasserspiegel steigt und der See füllt sich. Im Herbst und Winter hingegen, findet man gerade mal eine große, schlammige Fläche vor, denn das ganze Wasser ist im Boden verschwunden.

Medicine Lake – dank der Schneeschmelze füllt sich der See wieder mit Wasser

Da wir im Frühjahr da waren, fanden wir Medicine Lake schon entsprechend mit Wasser gefüllt vor. Geht man aber direkt an das Ufer, hört man ein permanentes Rauschen. Etwa so, als hätte jemand den Stöpsel einer Badewanne gezogen.

Die Ureinwohner der Gegend schrieben dem See übrigens magische Kräfte zu und daher hat er auch seinen Namen: Medicine Lake.

Maligne Canyon – im Sommer wandern, im Winter Eisklettern!

Der bis zu 50m tiefe Maligne Canyon ist ein weiteres Highlight des Jasper Nationalparks und liegt etwa auf halber Strecke zwischen Jasper und dem Maligne Lake. Hier kann man wunderbar wandern – in den wärmeren Jahreszeiten, aber auch im Winter! Der Wanderweg durch die Schlucht führt über insgesamt sechs Brücken. Der Besucherparkplatz liegt unweit der ersten Brücke, dieser ist im Sommer aber auch gut gefüllt. Empfehlen würde ich daher mit der Wanderung bei der sechsten Bücke zu beginnen. Auch dort kann man parken, es ist aber weit weniger überlaufen. Von der ersten Brücke bis zur sechsten sind es etwa 3 km, inkl. Rückweg hat der Wanderweg also eine Länge von ca. 6 km. Der Weg ist nicht sehr anspruchsvoll und lässt sich in 2 bis max. 3 Stunden mit einigen Stopps gut wandern.

Der Maligne Canyon bietet einen wunderschönen Wanderweg entlang des Maligne Rivers

Aber auch im Winter kann der Maligne Canyon ein echtes Erlebnis sein! Von Dezember bis etwa Anfang April kann man im Rahmen einer geführten Maligne Canyon Icewalk Tour durch den vereisten Canyon kraxeln und die gefrorenen Wasserfälle und Eishöhlen bestaunen. Ich stelle mir das unglaublich schön vor!

Patricia Lake – glasklares Wasser und wunderschöne Spiegelungen

Der schöne Patricia Lake im Jasper Nationalpark strahlt selbst bei schlechtem Wetter in wunderschönen Farben!

Der Patricia Lake ist nur eine 10-minütige Autofahrt von Jasper entfernt und ist unbedingt einen Besuch wert! Trotz schlechtem Wetter an dem Tag, war der See einfach wunderschön und strahlte in leuchtenden Farben. Das Wasser ist kristallklar und im Sommer würde ich hier unbedingt eine Bootstour einplanen – diese kann man in der Stadt buchen. Außerdem gibt es auch verschiedene Wanderwege rundum den See, aber am schönsten ist es, einfach am Ufer zu sitzen und den traumhaften Blick zu genießen!

Pyramid Lake & Pyramid Island

Der Pyramid Lake liegt direkt neben dem Patricia Lake, am Fuße des Pyramid Mountains. Dieser See ist etwas größer und hat mit seiner kleinen Insel Pyramid Island ein echtes Highlight zu bieten. Die erreicht man über einen langen Steg und ist so winzig, dass man innerhalb weniger Minuten einmal rumgelaufen ist. Bei gutem Wetter würde ich aber unbedingt empfehlen hier mehr Zeit einzuplanen und zu picknicken, zu entspannen und die Aussicht auf den See und die Berge zu genießen.

Direkt am See gibt es ein Resort, in dem man übernachten kann. Das Hotel verfügt über einen Bootsverleih, sodass man auch diesen See vom Wasser aus erkunden kann. Kanus und Kayaks bekommt man ab 30 CAD / 30 Minuten und 40 CAD / Stunde.

Jasper Sky Tram – es geht hoch hinaus!

Wenn ihr eine wunderschöne Aussicht auf die Rocky Mountains haben wollt, empfehle ich euch die Jasper Sky Tram. In circa neun Minuten bringt euch diese Seilbahn auf den Whistlers Mountain, der etwa 2.263 Metern hoch ist.

Die Fahrt (hin und zurück) kostet 46,95 CAD (ca. 30 Euro, Stand Mai 2018).
Weitere Infos zu Fahrtzeiten und Tickets findet ihr hier.

Miette Hot Springs – Entspannung pur!

Da so viel Wandern ja auch anstrengend ist, sollte die Entspannung natürlich nicht zu kurz kommen! Die Miette Hot Springs befinden sich etwa eine Stunde Fahrtzeit von Jasper entfernt und laden zum relaxen ein. Das Wasser der natürlichen heißen Quellen kommt mit einer Temperatur von ca. 54° aus den anliegenden Bergen und wird auf angenehme 40° heruntergekühlt.

Insgesamt ist die Anlage mit einem kleinen Schwimmbad vergleichbar. Es gibt zwei Pools mit heißem Wasser und zwei Becken mit kühlem Wasser, sodass man Wechselbaden machen kann. Natürlich gibt es auch einen Umkleidebereich sowie ein kleines Café. Besonders schön ist übrigens die Aussicht auf die anliegenden Berge und Wälder.

Ein Erwachsener bezahlt 7,05 CAD Eintritt (Achtung: es kommen noch Steuern hinzu, die sind in Kanada nur selten gleich einberechnet). Weitere Infos zu Preisen und Öffnungszeiten findet ihr hier!

Insgesamt kann ich die Miette Hot Springs also sehr empfehlen. Auch wenn es nicht die schönsten heißen Quellen waren, die wir in Kanada besuchten – aber dazu in einem anderen Artikel mehr!

Wart ihr schon mal im Jasper Nationalpark? Was hat euch am besten gefallen? Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

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