Auf dem Icefields Parkway durch die Rockies – Highlights & Sehenswürdigkeiten

Nachdem uns die ersten beiden Etappen in Kanada schon so überwältigt hatten, freuten wir uns umso mehr auf den nächsten Abschnitt unseres Roadtrips. Wir ließen den wunderbaren Jasper Nationalpark hinter uns und machten uns auf den Weg über eine der schönsten Straßen Kanadas und der Welt – den Icefields Parkway – weiter Richtung Banff Nationalpark. Wenn es eine Straße auf der Welt gibt, die euch ganz sicher sprachlos werden lässt, dann ist es diese!

Der Icefields Parkway (oder auch Route 93) ist für kanadische Verhältnisse gar nicht mal so lang – nur 230 km sind es vom einen zum anderen Ende. Der Highway verbindet die beiden Nationalparks Jasper und Banff und führt somit einmal quer durch die kanadischen Rocky Mountains. Wenn man diese Straße entlang fährt sollte man viel Zeit einplanen, denn es gibt einfach unfassbar viel zu sehen! Hier gilt: Der Weg ist das Ziel.

Obwohl ich vorgewarnt wurde, habe ich die Schönheit doch unterschätzt, denn man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Mal abgesehen von den vielen wunderschönen Sehenswürdigkeiten, die entlang der Strecke liegen, ist die Straße für sich schon ein absolutes Highlight. Die umliegenden Berge, die Seen und die Tierwelt, die einem hier begegnen, sind ein Traum! Der Icefields Parkway ist sowohl im Sommer, als auch im Winter absolut eine Reise wert!

Postkartenmotive findet man hier zur Genüge – der Icefields Parkway macht einfach sprachlos

Beeindruckende Wasserfälle entlang des Icefields Parkway

Athabasca Falls

Dass wir nach gerade einmal 30 km schon unseren ersten Halt machten, beweist, dass man auf dieser Straße nur im Schneckentempo voran kommt. Was uns aber überhaupt nicht störte! 🙂 Erster Halt: Athabasca Falls.

Der Athabasca River wird von Gletschern gespeist, begleitet den Icefields Parkway für einige Kilometer, donnert dann als Athabasca Falls zwischen Felsen 23 m in die Tiefe und fließt weiter Richtung Jasper Nationalpark. Der Wasserfall ist auf jeden Fall einen Stop wert, denn die Kulisse ist einfach einmalig. Es lohnt sich übrigens auch ein Stück nach hinten zu laufen, wo der Fluss dann weiter Richtung Jasper fließt. Auch hier hat man einen wunderschön Blick auf die Umgebung.

Hier schlängelt sich der Athabasca River weiter Richtung Jasper

Sunwapta Falls

Weiter geht es auf dem Highway, auf dem wir uns langsam so fühlen, als seien wir Teil eines Postkartenmotivs. Nur etwa 25 km weiter erwarten uns die nächsten spektakulären Wasserfälle: die Sunwapta Falls. Der Sunwapta River umkreist eine kleine Insel und stürzt danach ca. 18 m in die Tiefe.

Wie bei den meisten der Sehenswürdigkeiten entlang des Highways, trifft man an den entsprechenden Orten zwar auf einige Besucher, viele verweilen aber wirklich nur an den ausgewiesenen Aussichtspunkten und machen sich dann wieder auf den Weg. Vor allem in den stärker besuchten Sommermonaten lohnt es sich daher, die ausgewiesenen Wanderwege zu erkunden, die es fast überall gibt. So entkommt man meist ziemlich schnell den Massen, findet neue Perspektiven und ist allein mit der wunderschönen Natur.

Athabasca Glacier & Columbia Icefields

Fotomotive findet man hier zur Genüge. Wir mussten uns wirklich beherrschen nicht alle paar Meter anzuhalten, um Bilder von der eindrucksvollen Landschaft zu machen.

Auch die berühmten Columbia Icefields waren von der Straße aus gut zu erkennen. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein Feld aus Eis. Die Eismassen erstrecken sich über ein riesiges Areal von etwa 325 km2, die Dicke beträgt zwischen 100 und 365 m. Damit gehören die Columbia Icefields zu einer der größten Eisansammlungen südlich des Polarkreises. Das Eisfeld ist Ursprung von insgesamt acht Gletschern, dazu gehören u.a. der Athabasca Glacier und der Saskatchewan Glacier.

Im Besucherzentrum findet sich ein dreidimensionales Modell der Columbia Icefields, welches die Ausmaße besser erahnen lässt. Man kann auch Touren buchen, bei denen man mit speziellen Bussen auf das Eisfeld gefahren wird. Die kosten allerdings um die 85 CAD (ca. 60 €).

Wolkenmassen pressen sich über die Columbia Icefields – eine beeindruckende Stimmung

Saskatchewan River Crossing & Mistaya Canyon

Etwa auf halber Strecke zwischen Jasper und Banff erreichen wir eine Kreuzung mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen Saskatchewan River Crossing. Von hier aus geht der Highway 11 ab, der Richtung Osten führt. Die Kreuzung als Verkehrsknotenpunkt zu bezeichnen wäre, vor allem in der Nebensaison, vielleicht etwas übertrieben. Man findet hier aber eine Raststätte, eine Tankstelle und ein Resort, in dem man übernachten kann. Als kleine Verpflegungsstation, falls benötigt, ist Saskatchewan River Crossing also durchaus geeignet.

Kurz dahinter und etwa 30 km vor Peyto Lake befindet sich der wunderschöne Mistaya Canyon, den man allerdings leicht verfehlen kann, wenn man nichts davon weiß. Der Canyon ist zwar ausgeschildert, der kleine Parkplatz am Straßenrand wirkt aber erst einmal unscheinbar. Eine kleine Wanderung von etwa 500 m führt direkt zum Mistaya Canyon, der von dem rauschenden Mistaya River geformt wurde.

Direkt am Straßenrand bietet sich uns dieses wunderschöne Bild

Mt. Chepren & Waterfowl Lakes

Etwa 55 km nördlich von Lake Louise legten wir eine Mittagspause an den Waterfowl Lakes ein. Die Kulisse ist wunderschön! Besonders den Berg Mount Chepren, der sich hinter dem Upper Waterfowl Lake majestätisch erhebt, fand ich sehr faszinierend. Wer hier gerne mehr Zeit verbringen möchten, findet zwischen den beiden Seen einen Campingplatz namens Waterfowl Lakes Campground (keine bezahlte Werbung). Aber Achtung: Hier kann man nicht reservieren. Wer also zu spät dran ist, könnte Pech haben und keinen Stellplatz mehr ergattern.

Mount Chepren spiegelt sich im Upper Waterfowl Lake – der perfekte Ort für eine Mittagspause

Peyto Lake

Da wir im Frühjahr da waren (Mitte Mai), war der Großteil der Seen in den kanadischen Rocky Mountains leider noch zugefroren – so auch der Peyto Lake. Seine wunderschöne blaue Farbe konnten wir daher zwar nicht bewundern, trotzdem war der Blick von der Aussichtsplattform atemberaubend schön! Da der Schnee hier noch sehr hoch lag – selbst die Straßenschilder waren fast noch komplett verdeckt! – war der Weg zum Aussichtspunkt ein kleines Abenteuer. Wir kamen mit unserem Jeep nicht bis zu dessen Parkplatz, daher mussten wir (zusammen mit einigen wenigen weiteren Besuchern) an der Abfahrt des Highways parken. Insgesamt waren es zwar nur etwa 400 m Fußweg, dieser führte aber über eine Schneedecke, auf der man immer wieder einsackte. Die Straße war nicht geräumt, lediglich ein kleiner Trampelpfad zeigte uns den Weg. Doch die Wanderung hat sich absolut gelohnt! Der Blick auf den Peyto Lake ist traumhaft schön.

Wer noch weiter hinauf möchte, sollte zum Bow Summit wandern – dem höchsten Punkt auf dem Icefields Parkway. Aufgrund der Schneemassen, mussten wir leider passen, aber der Blick soll toll sein! Auf der Strecke zum Bow Summit und wieder zurück müsst ihr etwa 190 Höhenmeter und 4 km Strecke überwinden.

Der Peyto Lake liegt noch ganz verschlafen und von Eis und Schnee bedeckt im Tal

Lake Louise

Last but not least kommen wir auch schon zum letzten Highlight kurz bevor der Icefields Parkway schließlich in Banff endet. Lake Louise ist einer der bekanntesten Seen der Rocky Mountains und dementsprechend zieht es viele Besucher hierher. Obwohl wir in der Nebensaison da waren, war der Aussichtspunkt am Ufer des Sees (der nur wenige hundert Meter vom Parkplatz entfernt liegt) voll von Urlaubern. Da mag man sich gar nicht vorstellen, was wohl in den Sommermonaten los ist.

Die wohl berühmteste Perspektive auf den Lake Louise …

Da der Schnee auch hier noch recht hoch lag, konnten wir einige der Wanderwege, die es am Lake Louise gibt, nicht nutzen. Jedoch war der Lake Louise Lakeshore Trail, der immer am Ufer entlang führt, mehr oder weniger gut begehbar. Der Wanderweg ist bis zum anderen Ende des Sees etwa 2 km lang. Weiter war er aufgrund von Lawinengefahr nicht freigegeben. Und die Gefahr bestand tatsächlich, denn in den umliegenden Bergen hörten und sahen wir immer wieder Schneemassen, die die Berge herunter kamen. Aber natürlich befanden wir uns in sicherer Entfernung. Der Wanderweg führt dann theoretisch noch weiter – wenn es die Bedingungen zulassen – und zwar bis zum Lake Agnes und dem Lake Agnes Tea House. Wer abkürzen will, nimmt aber einfach gleich vorne am Anfang des Sees den Lake Agnes Trail.

Auch hier haben wir wieder die Erfahrung gemacht, dass die Aussichtspunkte zwar stark besucht sind, sobald man aber die Wanderwege nutzt, verläuft es sich ganz gut und man kann die Landschaft tatsächlich sehr genießen 🙂

Auch auf dem Lake Louise Lakeshore Trail lag der Schnee im Mai noch sehr hoch

Ein Roadtrip über den Icefields Parkway – meine Tipps & Empfehlungen

Wenn man schnurstracks durchfahren würde, könnte man den Icefields Parkway in etwa drei Stunden passieren. Aber mal ganz ehrlich: Diese Straße verdient, dass man sich Zeit nimmt! Selbst ein ganzer Tag kann ganz schön knapp sein, wenn man wirklich alles sehen will und nicht nur fünf Minuten an jeder Sehenswürdigkeit verbringen möchte. Mal abgesehen davon, dass sich schon allein hinter jeder Kurve ein neues, atemberaubendes Landschaftsbild bietet oder einem spannende Tiere begegnen, sodass man am liebsten ständig anhalten würde.

Empfehlen würde ich daher, dass man sich die Besichtigung der Athabasca und der Sunwapta Falls als Ausflug vom Jasper Nationalpark vornimmt. Es ist wirklich nicht weit und man kann die Wasserfälle gut erreichen. Auf dem Weg nach Banff kann man diese beiden Stops dann schon mal überspringen. Und auch von Banff aus, kann man einige Highlights des Icefield Parkways erreichen, wie die Seen Lake Louise, Peyto Lake oder Bow Lake.

Die einzige Tankstelle auf der Strecke befindet sich an der Kreuzung Saskatchewan River Crossing. Preislich lohnt es sich aber entweder in Jasper oder in Banff noch einmal vollzutanken! Wer eine Übernachtungsmöglichkeit auf der Strecke sucht, wird hier ebenfalls fündig, denn hier gibt es das The Crossing Resort (keine bezahlte Werbung).

Da die Strecke für sich schon eine einzige Sehenswürdigkeit ist, sind die Preise auf dem Highway auch dementsprechend hoch, egal, ob es um Übernachtungen, Essen gehen oder tanken geht. Daher hatten wir für einen vollen Tank, genügend Verpflegung sowie Übernachtungsmöglichkeiten abseits des Highways gesorgt. Das würde ich auch jedem empfehlen, denn eine Reise durch die Rockies ist schon per se nicht besonders günstig.

Ansonsten würde ich jedem raten, die Fahrt über den Icefields Parkway ausgiebig zu genießen, die Kamera – auch wenn es schwer fällt – ab und zu mal beiseite zu legen und die atemberaubende Landschaft zu bestaunen. Ihr findet am Straßenrand viele Hinweisschilder zu Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten. Lasst euch einfach treiben und nehmt viele wunderbare Erfahrungen mit <3

Wart ihr schon mal in den kanadischen Rocky Mountains unterwegs? Wie hat es euch dort gefallen? Schreibt doch einfach in die Kommentare oder meldet euch gerne mit einer Nachricht bei mir!

 

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