Tipps für 10 Tage Norditalien – ein Roadtrip

Oh, Bella Italia! Sonne, Strand, Meer und gutes Essen – das verbinden wir doch alle mit Italien. Im Sommer war es wieder mal so weit und ich durfte Urlaub in diesem wunderschönen Land machen. Dieses Mal stand Norditalien auf dem Plan und zwar mit dem eigenen Auto, um die aufregende Landschaft, die malerischen Städte und die traumhaften Strände noch besser erkunden zu können!

Zusammen mit meinem Freund bin ich von Berlin über Österreich zum Gardasee gefahren, was gleichzeitig der Start- und Endpunkt unserer Italien Rundreise war. Insgesamt haben wir sehr viel sehen können, aber wenn ihr mehr Wert auf Entspannung legt, würde ich euch empfehlen, mehr Zeit einzuplanen.

Was darf bei einer Reise durch Italien auf keinen Fall fehlen? Klar, gutes Eis und noch mehr Eis!

Unsere Route durch Norditalien im Überblick:

Lazise (Gardasee) – 1 Tag
Verona – Zwischenstopp
Venedig – 2 Tage
Florenz – 1 Tag
Siena – 1 Tag
Insel Elba – 3 Tage
Pisa – Zwischenstopp
Lucca – Zwischenstopp
Florenz – 1 Tag
Modena – Zwischenstopp
Lazise (Gardasee) – 1 Tag

Ich muss dazu sagen, dass wir in einigen Städten nur einen kurzen Aufenthalt einplanen konnten / wollten. In Verona war ich beispielsweise schon einmal vor ein paar Jahren, daher reichte hier ein Zwischenstopp. Unser Augenmerk lag daher auf folgenden Städten und Regionen: Gardasee, Venedig, Florenz, Toskana und die Insel Elba.
Insgesamt war es so ein angenehmer Mix zwischen Kulturprogramm und Entspannung 🙂

Wann wart ihr dort?

Im August, also in der Hauptsaison. Wenn ihr es euch aussuchen könnt, legt diesen Trip am besten in die Nebensaison (April/Mai, September/Oktober). Die Preise für Übernachtungen sind dann günstiger, die Hotspots und Sehenswürdigkeiten nicht so überlaufen und das Wetter ist trotzdem noch bestens.

Wo habt ihr übernachtet?

Wir hatten ein Zelt dabei und Camping-Equipment und waren daher meistens auf Campingplätzen (sind in Italien leider nicht besonders günstig…). Nur in Venedig und beim zweiten Florenz-Aufenthalt haben wir in Pensionen übernachtet, die wir vorher über Airbnb gebucht hatten. Da wir auf Reisen nur sehr selten lange im Voraus buchen, sind wir auch dieses Mal auf gut Glück zu den Campingplätzen gefahren und haben uns vor Ort und sehr spontan Übernachtungsmöglichkeiten gesucht – was nicht immer von Erfolg gekrönt war! Vor allem am Gardasee waren viele Zeltplätze im August heillos überlaufen. Hier lohnt es sich tatsächlich schon vorher zu buchen. Zumindest in der Hauptsaison…

Venedig und Umgebung – unterwegs in der venezianischen Lagune

Angekommen im schönen Italien war unser Ausgangspunkt das Städtchen Lazise am Gardasee, das im August allerdings aus allen Nähten platzt. Daher haben wir uns hier gar nicht zu lange aufgehalten und sind schon am nächsten Tag mit einem kurzen Zwischenstopp in Verona weiter nach Venedig gefahren. Natürlich ist Venedig ziemlich touristisch, vor allem in den Sommermonaten werden viele Urlauber in Scharen in die Lagunenstadt befördert. Tatsächlich handelt es sich aber bei den meisten Besuchern um Tagestouristen, sodass sich die Stadt gegen Abend wieder leert. Und selbst am Tag kommt es einfach sehr darauf an, wo in Venedig man sich aufhält. Klar, die Hotspots (wie der Markusplatz) sind überlaufen, sobald man aber die üblichen Pfade verlässt und sich einfach mal ein bisschen verliert, merkt man schnell, wie man auch die Massen hinter sich lässt. Man kann Venedig also durchaus auch in der Hauptsaison ungestört genießen!

Falls ihr vor habt – so wie wir – mit dem Auto anzureisen, ahnt ihr vielleicht schon das Problem: Klar, Venedig ist autofrei! Man kann nur in einem sehr kleinen Teil der Lagunenstadt mit dem Auto fahren und genau da stehen auch riesige (und sehr teure) Parkhäuser. Alternativ kann man das Auto auch auf dem Festland lassen und mit dem Bus oder der Bahn in die Stadt fahren. Das muss man individuell entscheiden. Wenn man eh nur ein oder zwei Tage in Venedig Zeit und / oder viel Gepäck dabei hat, dem würde ich empfehlen ein Parkhaus in Venedig zu nehmen. Pro angefangene 24 Stunden kostet das zwischen 20 und 30 Euro.

Auch nachts hat Venedig einen unvergleichlichen Charme!

Wer etwas mehr Zeit übrig hat und Venedig bereits ausgiebig erkundet hat – es gibt viel zu sehen! – sollte unbedingt einen Tagesausflug nach Burano machen. Diese bunte Perle der venezianischen Lagune ist bekannt für ihre farbenfrohen Häuser. Burano ist einfach wunderschön! Das tolle ist, dass man keine Tour buchen muss, um hier hin zu kommen. Man kann die Insel einfach mit dem Vaporetto, also dem öffentlichen Wasserbus, erreichen. Versucht am besten früh dran zu sein, um den größten Massen zuvor zu kommen.

Auch in Burano gibt es wunderschöne kleine Kanäle, fast wie in Venedig

farbenfrohes Burano – jedes Haus hat eine andere Farbe!

Die Toskana – Weinberge, Strände und wunderschöne Städte

Weiter geht es auf unserer Tour durch Norditalien nach Florenz. Die toskanische Hauptstadt ist einfach wunderschön und glänzt mit vielen Sehenswürdigkeiten. Besonders bekannt ist zum Beispiel die Ponte Vecchio, eine Steinbrücke (und älteste Brücke der Stadt) auf der sich Schmuckgeschäfte aneinanderreihen. Auch der Dom von Florenz – Santa Maria del Fiore –  ist ein unvergleichliches Wahrzeichen und besticht durch sein unverwechselbares Äußeres. Es lohnt sich in den Dom hineinzugehen (der Eintritt ist frei), man sollte aber darauf achten nicht zu viel nackte Haut zu zeigen – freie Schultern und kurze Hosen / Röcke sind ein No Go. In der Hauptsaison muss man mit langen Wartezeiten rechnen, da der Andrang ziemlich groß ist. Ein besonderes Erlebnis ist es auch die Domkuppel und den Giotto zu besteigen (zahlungspflichtig). Karten muss man hierfür aber in der Hauptsaison bereits 1-2 Tage vorher besorgen.

Als Übernachtungsmöglichkeit in Florenz kann ich euch von Herzen das Bed & Breakfast Lorenzo & Lorenzo (*keine bezahlte Werbung) empfehlen. Die Gastgeber sind unglaublich nett, überall in der Unterkunft finden sich liebevoll zusammengesammelte Raritäten, das Frühstück ist inklusive und beinhaltet u.a. (von der Mama einer der beiden Lorenzos) selbst gebackenen Kuchen – ein Traum!

Wer einen unvergesslichen Sonnenuntergang vor der Kulisse von Florenz erleben möchte, sollte abends am Piazzale Michelangelo vorbei schauen, um einen herrlichen Blick über die Stadt zu genießen.

ein abendlicher Blick auf die Ponte Vecchio

Der Dom von Florenz: Santa Maria del Fiore

Nach dem Besuch der toskanischen Hauptstadt Florenz geht es weiter. Diesmal ist das Ziel keine Stadt, sondern die einzigartige und wunderschöne Landschaft der Toskana, genauer gesagt die Chianti-Region. Streng genommen gehört diese Gegend schon nicht mehr zu Norditalien und trotzdem möchte ich euch diese Bilder nicht vorenthalten:

Eine Weinprobe gehört für viele zu einem Aufenthalt in der Toskana dazu!

Einen guten Chianti in der Toskana trinken – ein Muss bei einer Reise durch Norditalien!

Die Toskana in all ihrer Pracht!

Es liegt wahrscheinlich auf der Hand, dass eine der Lieblings-Aktivitäten von Urlaubern in dieser Region der Besuch eines Weinguts ist inklusive zugehöriger Weinprobe 😉 Weitere beliebte Aktivitäten, um die Toskana näher kennen zu lernen, sind Reit-, Wander- und Fahrradtouren. Oder man besucht die Städte der Toskana, allen voran Siena:

Blick auf Sienas berühmten Duomo

Besonders berühmt ist Siena für seinen riesigen Platz Piazza del Campo und den Duomo, die Kathedrale. Beides sollte man sich bei einem Aufenthalt in Siena unbedingt anschauen. Man wird aus dem staunen nur schwer heraus kommen. Unbedingt einen Besuch wert ist auch das Museo dell’Opera del Duomo. Im Ticketpreis ist nämlich auch der Aufstieg zum Panorama del Facciatone inklusive, von wo aus man einen herrlichen Blick über die Stadt hat.

Ein wunderschöner Blick auf Siena vom Panorama del Facciatone

Die Insel Elba – eine kleine Perle zwischen dem italienischen Festland und Korsika

Ebenfalls zur Region Toskana gehört diese kleine Perle des Mittelmeeres: die Insel Elba. Erreichen kann man die Insel indem man eine Fähre in Piombino nimmt. Hier gibt es verschiedene Fährgesellschaften, die die Route abfahren, u.a. Moby Lines oder Blu Navy. Diese Fähren bringen Urlauber vom italienischen Festland zu den Inseln Korsika und Sardinien. Erster Halt ist aber Elba. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde und kostet für zwei Personen plus Auto ca. 120 €.

Spiaggia di Sansone ist einer der schönsten Strände der Insel

Auf der Insel gibt es sehr viele wunderschöne (und teils versteckte) Strände. Empfehlen kann ich vor allem die beiden nebeneinander liegenden Strände Spiaggia di Sansone und Spiaggia La Sorgente im Norden der Insel. Hier kommt eindeutig Karibik-Feeling auf. Ebenfalls sehr schön – aber etwas belebter, als die anderen beiden – sind die Strände Morcone, Pareti und Innamorata im Südosten der Insel und etwas südlich des Städtchens Capoliveri.

Blick auf’s Meer zwischen Elba und Korsika

Wer einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen will, dem empfehle ich meinen Geheimtipp: Madonnina Punta Nera. An diesem Felsen im Westen der Insel fährt man leicht vorbei. Es gibt zwar etwas Platz zum parken, aber keinen richtigen Parkplatz, daher fahren vermutlich viele Urlauber einfach weiter oder halten nur kurz, um die Aussicht zu bestaunen. Wer aber am späten Nachmittag vorbei kommt und es sich auf dem großen Felsen bequem macht, sollte unbedingt den Sonnenuntergang abwarten – der ist hier einfach traumhaft schön. Mit Blick auf Korsika (die Insel ist von hier aus nur etwa 30 km entfernt) kann man hier die letzten Stunden des Tages einfach nur genießen. Man kann auch picknicken, aber dann achtet bitte auf euren Müll, denn hier ist es oft ziemlich windig. Leider haben wir ein Pärchen gesehen, deren halber Verpackungsmüll weg flog und im Meer landete 🙁

Sonnenuntergang auf Elba mit Blick auf Korsika – dieser Geheimtipp nennt sich Madonnina Punta Nera

Bevor es für euch zurück zum Festland geht, schaut euch unbedingt das Hafenstädtchen Portoferraio noch etwas genauer an. Es ist wirklich hübsch und es lohnt sich durch die Straßen und über die Stufen des historischen Zentrums zu wandern. Schnappt euch auch unbedingt ein Eis in der Gelateria Gran Guardia – sehr empfehlenswert!

Zurück auf dem Festland – weiter geht es durch die Toskana

Nach unserem kleinen Inselabenteuer ging es weiter durch Norditalien über Pisa nach Lucca, ebenfalls eine wunderschöne Stadt der Toskana. Ein besonderes Highlight in Lucca ist die Stadtmauer mura, die fast unversehrt den historischen Kern umschließt. Entstanden ist sie im 2. Jahrhundert vor Christus bis ins Mittelalter hinein. Die heutige Stadtmauer ist etwa 4 km lang und stammt etwa aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Sie ist so breit, dass man Lucca bequem mit dem Fahrrad oder eben zu Fuß umkreisen kann.

Aber auch innerhalb der Stadtmauern hat Lucca viel zu bieten, wie die Kathedrale San Martino oder aber die vielen wunderschönen Plätze, allen voran Piazza Anfiteatro, der ein bisschen an Sienas Piazza del Campo erinnert, aber viel kleiner und dafür aber runder ist.

Der Piazza dell’ Anfiteatro in Luccas historischem Zentrum

Das Ende einer Reise durch Norditalien – zurück in Lazise

Der Kreis schloss sich, als wir wieder zurück in Lazise am Gardasee waren. Einen Roadtrip durch Norditalien kann ich einfach jedem empfehlen. Natürlich gibt es noch sooo viel mehr zu sehen. In Italien weiß man einfach nie wo man anfangen und wo man aufhören soll. Was aber auch schön ist, denn so hat man einfach immer einen Grund, irgendwann mal wieder zurück zu kommen, neue Ecken zu entdecken und erneut über dieses großartige Land zu staunen.

Ein wunderschöner Abendspaziergang im Sonnenuntergang in Lazise am Gardasee

Was sind eure Highlights in Italien? Was sollte auf keinen Fall bei einem Roadtrip durch Norditalien fehlen? Schreibt mir einfach in den Kommentaren oder gebt mir Feedback, indem ihr mir eine Nachricht schreibt!

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade von smilesfromabroad teil.

3 Comments

  1. Antworten

    Sabrina

    16. April 2018

    Freut mich sehr dass du da teilnimmst an meiner Parade, die Fotos sind wirklich wunderbar und der Beitrag sehr cool! 🙂
    Lg Sabrina

    • Antworten

      Jessica

      17. April 2018

      Danke dir! 🙂 Schön, dass ich bei der Parade dabei sein darf <3 Liebe Grüße, Jessica

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